Hintergrund

Diese Studie untersuchte die genetische Vielfalt unter 102 registrierten Englischen Bulldoggen, die für die Zucht verwendet wurden, basierend auf mütterlichen und väterlichen Haplotypen, Allelhäufigkeiten in 33 hochpolymorphen Short Tandem Repeat (STR)-Loci auf 25 Chromosomen, STR-verknüpften Hundeleukozytenantigen (DLA)-Klasse I und II-Haplotypen und der Anzahl und Größe von genomweiten Läufen der Homozygotie (ROH), die aus SNP-Arrays mit hoher Dichte bestimmt wurden. Ziel war es, zu beurteilen, ob die Rasse genügend genetische Vielfalt beibehält, um die mit schlechter Gesundheit verbundenen genotypischen und phänotypischen Anomalien zu korrigieren, um die Eliminierung schädlicher rezessiver Mutationen zu ermöglichen oder um weitere phänotypische Veränderungen im Körperbau oder im Fell vorzunehmen. Weitere 37 Englische Bulldoggen, die dem UC Davis Veterinary Clinical Services wegen gesundheitlicher Probleme vorgestellt wurden, wurden ebenfalls genetisch mit den 102 registrierten Hunden verglichen, basierend auf der Annahme, dass kränkliche Englische Bulldoggen Produkte von kommerziellen Züchtern oder Welpenmühlen sind und genetisch anders und minderwertig.

Ergebnisse

Anhand von sechs Y-Short-Tandem-Repeat-Markern (STR) wurden vier väterliche Haplotypen identifiziert, von denen einer bei 93 % der Hunde auftrat. Drei große und zwei kleine Matrilinien wurden durch mitochondriale D-Loop-Sequenzierung identifiziert. Die Heterozygotie wurde anhand der Allelhäufigkeiten an genomischen Loci bestimmt; die durchschnittliche Anzahl von Allelen pro Locus betrug 6,45, wobei nur 2,7 einen Großteil der Diversität ausmachten. Die beobachteten und erwarteten Heterozygotiewerte waren jedoch nahezu identisch, was darauf hindeutet, dass sich die Population als Ganzes im Hardy-Weinberg-Gleichgewicht (HWE) befand. Die Werte für die interne Verwandtschaft (IR) und die angepasste IR (IRVD) zeigten jedoch, dass eine Reihe von Individuen die Nachkommen von Eltern waren, die entweder stärker ingezüchtet oder überzüchtet waren als die Population als Ganzes. Die Diversität der DLA Klasse I und II Haplotypen war gering, mit nur 11 identifizierten DLA Klasse I und neun Klasse II Haplotypen. Einundvierzig Prozent der Rasse teilten einen einzelnen DLA Klasse I und 62 % einen einzelnen Klasse II Haplotyp. Neunzehn Prozent der Hunde waren homozygot für den dominanten DLA Klasse I Haplotyp und 42 % für den dominanten DLA Klasse II Haplotyp. Der weitgehende Verlust der genetischen Diversität ist höchstwahrscheinlich das Ergebnis einer kleinen Gründerpopulation und künstlicher genetischer Engpässe, die in der Vergangenheit auftraten. Die auffälligen phänotypischen Veränderungen, die für die Rasse charakteristisch sind, haben auch zu zahlreichen großen Läufen von Homozygotie (ROH) im gesamten Genom geführt, verglichen mit Standardpudeln, die phänotypisch eher dem einheimischen Typ ähneln.

Schlussfolgerungen

Englische Bulldoggen haben eine sehr geringe genetische Diversität, die aus einer kleinen Gründerpopulation und künstlichen genetischen Engpässen resultiert. Obwohl eine gewisse phänotypische und genotypische Diversität innerhalb der Rasse noch vorhanden ist, ist es fraglich, ob diese ausreicht, um durch umgekehrte Selektion die Gesundheit zu verbessern, gegen einfache rezessive schädliche Merkmale zu selektieren und/oder weitere genotypische/phänotypische Manipulationen vorzunehmen, ohne die bestehende genetische Diversität weiter zu verringern.

 

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.