Katration / Eingriffe an Tieren (§§ 5 - 6a)

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Katration / Eingriffe an Tieren (§§ 5 - 6a)

Beitragvon Bubbel » Fr 13. Apr 2012, 11:16

Viele Hundebesitzer stellen sich oft die Frage Kastration ja oder nein . Laut Tierschutz ist dieses Verboten es sei den es passiert aus Med. Gründen . Ich habe dieses Thema eröffnet nicht um jemand der für kastrationen ist auf die Füsse zu tretten sondern für die allegmeine Information zu diesem Thema. Ich hoffe das es eine Entscheidungshilfe ist zum wohle des Tieres.

Eingriffe an Tieren (§§ 5 - 6a)

Bei Wirbeltieren darf kein Eingriff, der mit Schmerzen verbunden ist, ohne Betäubung durchgeführt werden. Die Betäubung warmblütiger Wirbeltiere, Amphibien und Reptilien darf nur von einem Tierarzt vorgenommen werden. Es werden eine große Zahl von Ausnahmen, insbesondere zur Durchführung der Massentierhaltung, zugelassen (z.B. Kennzeichnung von Tieren, Anpassung von ‚Nutztieren’ an Haltungsbedingungen).

Nach § 6 ist unter anderem die vollständige oder teilweise Amputation von Körperteilen verboten. Dies betrifft grundsätzlich auch Ohren und Ruten von Hunden. Wenn der Eingriff allerdings aus tiermedizinischen Gründen notwendig ist, oder wenn es sich um einen Jagdhund handelt, bei dem ein Kupieren für die vorgesehene Nutzung unerlässlich ist und tierärztliche Bedenken nicht entgegenstehen, ist das Kupieren der Rute im Einzelfall ausnahmsweise zulässig.

Ebenfalls zulässig ist die Kastration von Hunden und Katzen, wenn dies notwendig ist, um die unkontrollierte Vermehrung der Tiere zu verhindern. Eine generelle Kastration von Hunden ist damit jedoch – im Gegensatz zu Katzen – nicht erlaubt.


Man sollte auch nicht leichtsinnig damit umgehen einige sinnvolle Erklärungen habe ich auf der Hundeseite hundenothilfe-pro-canis

Kastration aus Sicht des Tierschutzes

Grundsätzliche Überlegungen zur Kastration

Um es vorweg zu sagen: Kastrationen sind, anders als es manche Tierärzte behaupten, ein schwerer und blutiger Eingriff.
Die erst im Spätstadium nachweisbaren Dysbalancen sind überhaupt noch nicht hinreichend erforscht und es gibt für verharmlosende Behauptungen keinerlei Grundlagen oder Anhaltspunkte.

Begriffsdefinition

Die Kastration ist die chirurgische Entfernung der Keimdrüsen.
Dies bedeutet die Entnahme der Eierstöcke (meistens mit der Gebärmutter) beim weiblichen Tier und die Entfernung der Hoden beim männlichen Tier.
Frühkastration ist die Kastration von jungen Tieren vor erreichen der Geschlechtsreife. (Pubertät)

Scheinmutterschaften

lassen sich problemlos medikamentös regeln und sind im Prinzip ein natürlicher Vorgang.
Kastrationen nach der ersten Scheinschwangerschaft verhindern keinesfalls eine Bildung von Mammatumoren im Alter.

Sichere Empfängnisverhütung der Hündin

Hierfür ist keine Kastration erforderlich. Es gibt genug empfängnisverhütende Medikamente.
Durch das Entfernen von Eierstöcken und Gebärmutter werden die Sexualfunktionen zeitlebens ausgeschaltet.
Den scheinbaren Vorteilen für den Halter stehen aber massive Nachteile und Spätfolgen entgegen.
Das häufige Harnträufeln vor allem bei großen Hündinnen ist eine Dauerbelastung für den Halter. Das häufig verabreichte Hormon Östrogen ist nicht zu empfehlen, weil die Wirkdauer nur kurze Zeit anhält und nach einiger Zeit Blutgerinnungsstörungen und Knochenmarkdepressionen eintreten können.

Weitere Aspekte

Gerade bei frühzeitig durchgeführten Kastrationen stellen sich Verhaltensauffälligkeiten ein. Vermehrte Trennungsangst, Fluchtverhalten vor anderen Hunden, übermäßige Ängstlichkeit sind die Folgen.

Fettwerden ist das Resultat einer hormonellen Dysbalance mit einer Schilddrüsenstörung im späteren Stadium.
Regeln lässt sich dies über eine Futterreduzierung nur sehr schwer. Meistens müssen lebenslang Medikamente verabreicht werden.
Vor allem bei langhaarigen Hunden kommt es nach einer Kastration zu einem übermäßigen Wachstum von Wollhaar. In vielen Fällen entstehen Kahlstellen in der Flankenregion. (Flankenglatze)

Frühkastration

Das Tierschutzgesetz verbietet Kastrationen, außer aus vernünftigen medizinischen Gründen.
Dazu zählt nicht der Wunsch des Tierarztes nach neuen Golfschlägern.
Die präventive Kastration, um Hunde als Zuchttiere auszuschließen, oder um eine ungewollte Vermehrung zu verhindern, ist nach dem Tierschutzgesetz verboten.
Hunde als unkontrollierte Freigänger zu halten ebenso.
Es wird zu unüberlegt und zu voreilig kastriert. Züchter liefern bereits kastrierte Welpen, um ein Weiterzüchten mit ihrer Blutlinie zu verhindern.
Tierheime geben nur so manipulierte Tiere weiter, um eine Vermehrung auszuschließen und sich selber Nachfolgekontrollen zu ersparen.
Es gibt auch andere Möglichkeiten des Zuchtausschlusses, z.B.auf vertraglicher Basis mit Schadensersatzklausel (Züchter)

Besonders dünn werden die Argumente der Kastrationsfanatiker, wenn es nur um die eigene Bequemlichkeit geht.
Wer glaubt, diese Hunde benötigen weder Ausbildung, noch Training, oder wären einfacher in der Führung, irrt.
Nicht das gesamte Verhalten ist hormongesteuert.
Eine sachkundig liebevolle, aber konsequente Erziehung ohne direkten Zwang ist für jeden Hund unerlässlich.
Die meisten Verhaltensprobleme bei Hunden entstehen durch eine unsachgemäße Ausbildung und Haltung und nicht durch das Vorhandensein von Hoden und Eierstöcken!

Zusammenfassend bleibt nur zu sagen, dass Kastrationen, besonders im Welpen-und Junghundalter dem Tier mehr schaden als nutzen.
Die gestörte Entwicklung des Sozialverhaltens, Veränderungen im Skelettsystem und im Fell, eine lebenslange Inkontinenz sind durch Nichts zu rechtfertigen.
Wir haben im Tierschutz nicht zu viele Hunde/Katzen durch zu wenige Kastrationen, sondern durch zu viele verantwortungslose Tierhalter.


Es gibt zum diesem Thema auch einige Bücher meine Empfehlung
http://www.amazon.de/Kastration-Verhalt ... dp_product

Kritische Auseinandersetzung mit einem Thema, mit dem oft zu flapsig umgegangen wird

Das wichtigste zu erst - wer das Buch liest, wird erst einmal aufgeklärt, das Kastration per se vom Tierschutzgesetz verboten ist. Auch dass die Kastration kein Allheimlmittel für Besserung für Verhalten ist und dass es bzgl. einer Fortpflanzungskontrolle auch noch die Sterilisation gibt, wird anschaulich vermittelt. Unterm Strich will diese Buch Wissen vermitteln, mit dem Thema Kastration von Hunden verantwortungsvoll umzugehen.

So erfährt man, dass von 23 aufgeführten unerwünschten Verhaltensmustern lediglich 5 durch Kastration verbessert werden können - bei 9 dagegen ist sogar eine Verschlechterung zu erwarten. Das bedeutet, bei 18 Verhaltensmustern ist ein Eingriff vergebens - und wer von uns Menschen lässt sich schon gerne ohne Aussicht auf gesundheitliche Verbesserung an sich herumschneiden.

Ich denke, dass es sowohl für Hundehalter eine Aufklärung über die allgemein verbreiteten Erwartungen an die Ziele einer Kastration bringt, als auch Tierärzte und Tierschützer mit neuen Erkenntnissen für Ihre Arbeit versorgt. Die teilweise sehr unterhaltsamen Texte vermitteln die wissenschaftlichen Fakten sehr anschaulich und nachvollziehbar - somit sollte es für Laien und Fachleute geeignet sein.
Quelle: Amazone.de / Kawumm
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